267 Die Angst der Linken vor der Freiheit

Woran liegt es, dass die Linken, dass sie nach dem Untergang, der Katastrophe, der Selbstdemontage ihrer Ideologie im Ostblock, insbesondere in Deutschland, in der DDR, trotzdem kein Vertrauen in das freiheitlich-demokratische marktwirtschaftliche System des Westens gewinnen können?

Es liegt an ihrer Unfähigkeit, in ein System zu vertrauen. In ein politisches System, in ein Wirtschaftsystem, überhaupt in jedes freiheitliche System, das ohne übermäßige Kontrolle auskommt. Sie vertrauen nicht in ein solches System… nun, wer will ihnen das verdenken. Aber hier liegt das Problem.


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Kein Vertrauen

Augenscheinlich hatte das rote Sozialisten-System der DDR es nicht verdient, dass man ihm vertraut. Ganz im Gegenteil. Das System war gegenüber seinen Bürgern illoyal, missbräuchlich, miese Methoden der psychischen Vergewaltigung wurden benutzt um abweichende Ideen zu vernichten.

Freilich war es für die Bürger der DDR unter diesen Umständen nicht möglich, ein grundsätzliches Vertrauen in ein System, eine Politik, eine Regierung oder ein Wirtschaftssystem zu entwickeln. Die Haltung der ehemaligen DDR-Bürger war grundsätzlich extrem kritisch, jedem System gegenüber, auch dem heutigen freiheitlichen, und auch hier grundsätzlich von dem Wunsch beseelt, Sicherheit, und Kontrolle zu erleben.

Keine Freiheit ohne Vertrauen

Das Problem ist aber, dass dieser Mangel an Vertrauen aufs Ärgste mit dem System der Marktwirtschaft und der darin innewohnenden Freiheit kollidiert.

Angst und Freiheit vertragen sich nicht, sind gegensätzlich zueinander. Die aus der Angst resultierende Kontrollsucht zerstört die Freiheit.

Das System der Marktwirtschaft ist ein sich selbst ausgleichendes System. Ein System in dem jeder Eingriff von außen eine Störung darstellt, die das System selbst beeinträchtigt und weniger gut funktionieren lässt.

Denn das System der Marktwirtschaft funktioniert am besten, wenn es keinerlei Kontrolle unterworfen wird. Jede Kontrolle, jede Steuerung, jede unnatürliche nicht aus dem System selbst stammende Beeinträchtigung beschädigt das System, statt ihm zu helfen. In manchen Sonderfällen ist eine solche Einflussnahme unumgänglich, etwa im Bereich der Gesundheitsversorgung, generell jedoch ist es entscheidend, dass man das System ungesteuert selbst agieren lässt – mit Vertrauen in das System.

Hier stoßen also Menschen, die keinerlei Vertrauen in irgendein System haben und die in Totalitarismen und völlig von unnahbaren Oberen kontrollierten Systemen des Ostblocks sozialisiert sind, auf ein freies System, dass nur dann funktioniert wenn sie ihm vertrauen. Natürlich vertrauen Sie ihm nicht, was dazu führt dass es nicht funktioniert.

Kein freier Markt ohne Freiheit

Die Krise, weshalb die überzeugten Linken, die sich natürlich zu einem gewissen großen Teil aus ehemaligen DDR Bürgern rekrutieren oder in ihren Ansichten bestärken lassen, glauben, dass das marktwirtschaftliche System hätte tatsächlich so versagt wie ihre DDR, hätte tatsächlich bewiesen, dass es nicht funktionieren kann, verstehen das Grundprinzip der Freiheit nicht: Vertrauen. Sie wollen totale Kontrolle um ihrem Wunsch nach Sicherheit und Kontrolliertheit nachzukommen, der nach den Erfahrungen im kalten Totalitarismus der DDR freilich begreiflich ist.

Und doch begreifen sie nicht, dass sie damit die Freiheit und das System der Marktwirtschaft zerstören, unmöglich machen.

Kontrolle ist das Grundprinzip des Totalitarismus, Kontrolle ist das Grundprinzip aller faschistoiden Ideologien, wie auch freilich des Sozialismus.

Freiheit dagegen beruht auf Vertrauen. Vertrauen darin…

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siehe auch:

Planwirtschaft

Ode an den Markt

Faschismus Gleichmacherei

Demokratie

Wovor haben die Linken so viel Angst?