Der Herr der Ringe

Der Herr der Ringe (gezeichnet von John Howe)

“Das Buch des Jahrhunderts” nannte man John Tolkiens Buch Der Herr der Ringe auch schon. Und zurecht.

Nicht nur in dem Sinne, als es sicherlich eines der besten und beeindruckendsten Bücher des 20. Jahrhunderts und freilich auch eines der erfolgreichsten Bücher des Jahrhunderts ist. Sondern insbesondere auch weil es zweifellos das 20. Jahrhundert selbst in transformierter Form mit seinen großen Kriegen wiederspiegelt. Und sicherlich auch, weil es ein ganzes Genre, das der Fantasy-Literatur, praktisch im Alleingang überhaupt erst begründet hat.

Der Herr der Ringe

Der Herr der Ringe gehört also zweifellos zum Oevre, das der Bildungsbürger des 21. Jahrhunderts kennen sollte. Auch, weil es die Sehnsucht der Menschen zeigt, nach Verlässlichkeit, nach Idealen, nach Ehrhaftigkeit und Aufrichtigkeit die zum Ende des 20. Jahrhunderts hin immer mehr in Frage gestellt und demontiert wurden. Auch in dieser Hinsicht ist es ein lesenswertes Buch, als es die vermeintlich alten Werte einer archaischen Gesellschaft als zeitlos und unvergänglich richtig darstellt und somit die Postmoderne des 21. Jahrhunderts durchaus zu relativieren vermag. Im Herrn der Ringe wird nicht verquast der Bösewicht zum tragischen Helden, sondern hier wird ganz ungewöhnlich entschieden zwischen Gut und Böse unterschieden und die alternativlose Schönheit des Guten gegen die hilflose Verkommenheit des Bösen gestellt. Das mag altmodisch erscheinen ist aber genau deshalb so nährend. Ein Buch das seinen Leser nicht still zersetzt und verunsichert, sondern emporhebt und zu richtigen Einsichten über die Welt und das Leben bringt.

zur Filmtrilogie: Der Herr der Ringe

J.R.R. Tolkien

Der Autor John Robert Reuel (J.R.R.) Tolkien erlebte in seinem Leben viele Verluste. Er wurde in jungen Jahren Vollwaise, erlebte die Traumata des 1. Weltkriegs und später die Bombardierung Londons als Professor.

Kein Wunder also, dass er sich bereits in jungen Jahren in eine ideale Traumwelt aus unsterblichen Elben flüchtete und darin eine Mellange aus nordischer Sagenwelt, selbstentworfenen Sprachen und Schriftzeichen und schriftstellerischem Genie schuf, in die er später sein Kinderbuch “Der Kleine Hobbit” und den Anschlussroman “Der Herr der Ringe” eingliederte.

zur Filmtrilogie: Der Hobbit

So entstand eine moderne Sagenwelt, die ihresgleichen vermutlich nie finden wird. Denn Tolkien war nicht nur ein brillanter Erzähler, sondern auch ein hochintelligenter und gebildeter Sprachwissenschaftler, der Sprache nicht nur zum Erzählen verwendete, sondern seine Worte mit Bedacht, Kompetenz und Kunstfertigkeit wählte.

Tolkien erschafft eine Welt mit einer vieltausendjährigen Geschichte, voller unsagbarer Schönheit und abgründiger Scheußlichkeit. Er generiert im Alleingang einen Sagenschatz, wie ihn ganze Kulturen zu schaffen nicht vermögen.


Auch wenn ich häufig zu Hörbüchern rate, weil sie flexibel zu genießen sind und oft weniger Konzentration als das Selbstlesen erfordern, mithin ‘effizienter’ sind, so gilt bei diesem Buch das Gegenteil: Der Herr der Ringe will gelesen werden, will genossen werden, will zelebtriert werden. Hier geht es nicht um Effizienz, sondern um künstlerischen Genuss. Daher: besser das Buch lesen!

Aufgrund der Qualität der Sprache ist die Übersetzung von Margaret Carroux unbedingt vorzuziehen, oder schlicht das Original in englischer Sprache zu wählen:

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